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Judo Werner Rau, Tel.: 07192/8000 Judo ist der wohl schon am längsten in Deutschland bekannte und neben Karate wohl auch populärste Zweig des Budo. Der "geschmeidige Weg" wurde von dem Japaner Jigoro Kano aus alten Ju-Jutsu Künsten heraus entwickelt. Der Begründer hatte verschiedene Kampfkünste studiert und daraus ein neues System geschaffen, das ein gefahrloses Üben ermöglichte. Für sein System benutzte er Techniken, die es ohne großen Kraftaufwand erlaubten, den Gegner auf den Boden zu werfen, ihn dort festzuhalten, zu würgen oder mittels Haltegriffen zu kontrollieren. Ziel des Judo ist es, den Gegner nicht durch schiere Kraft zu besiegen, sondern durch geschicktes Ausweichen und durch die Anwendung physikalischer Grundsätze. Seine Lehre stellte Kano unter die beiden großen Leitsätze: Beste Anwendung der Energie. Durch gegenseitiges Helfen zum gemeinsamen Erfolg. Allein schon daraus ist erkenntlich, dass Judo, auch wenn es heutzutage meist als Wettkampfsport bekannt ist, im Grund genommen eigentlich mehr dem Breitensport zugeordnet werden muss. Das Durchführen von Vergleichskämpfen sollte nach Auffassung des Begründers nicht das Ziel seines Judo, sondern nur eine verschärfte Form des Übens sein. Kano war 28 Jahre lang Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und erhielt mehrfach das Angebot, Judo als olympische Sportart anzuerkennen. Er war aber kein besonderer Freund dieses Gedanken und soll gesagt haben: "Judo ist mehr als das was Sport im allgemeinen Sinn bedeutet, obwohl es durchaus auch eine sportliche Seite hat." Erst lange nach seinem Tod (1938) wurde Judo im Jahr 1964 in die Reihe der olympischen Sportarten aufgenommen. In diesem Zusammenhang wurde der Bereich der Selbstverteidigung weitgehendst aus dem Lehrprogramm entfernt und als Ju-Jutsu besonders gelehrt. Das eigentliche Judo ist viel stärker mit den anderen Wegen wie z.B. Aikido und Karate verbunden als dies heute erkennbar ist. Trotzdem bietet auch das heutige Judo auch Älteren ein durchaus interessantes und vielseitiges Übungs- und Betätigungsfeld. Das Üben der verschiedenen Kata - festgelegten Formen, die die Prinzipien verdeutlichen und die Technikschulung unterstützen - bietet genügend Gelegenheit sich mit dem "geschmeidigen Weg" auseinanderzusetzen ohne Wettkampf zu betreiben. In Murrhardt werden in 4 verschiedenen Gruppen Kinder und Jugendliche ins Judo eingeführt. Einmal jährlich nach den Sommerferien beginnt ein Anfängerkurs für Kinder ab 8 Jahren. Wegen der überaus großen Nachfrage können Kinder nur im Rahmen dieses Kurses mit dem Judotraining beginnen. Mit zunehmender Erfahrung nehmen Kinder oder Jugendlichen bei entsprechendem Interesse an Wettkämpfen und Meisterschaften teil. Das Erwachsenentraining ist voll auf Breitensport abgestellt. Zur Ausweitung des Angebots wird hier auch Jiu Jitsu gelehrt. Das moderne Jiu Jitsu wurde vom Deutschen Judo Bund als Alternative zu dem mehr sportlich orientierten Judo kreiert. Elemente aus Aikido, Judo und Karate wurden dabei zu einem Selbstverteidungssytem zusammengefaßt. |