Iaido

Stefan Balcerczak, Tel.: 07191/3698142

Der Name dieser Budokunst beschreibt mehr den angestrebten Zustand, in dem sich der Ausübende befinden soll. Nicht nur beim Üben, sondern in jeder Lebenslage.

Iaido wird allgemein beschrieben als "die Kunst das Schwert zu führen". Es ist eigentlich ein Zweig des Kendo, das als sportliche Art des jap. Schwertfechtens bekannt ist. Alle Budo stehen irgendwo und irgendwie mit dem Schwert in Verbindung, deshalb wird Iaido in zunehmendem Maße von Budoka aller Systeme als Ergänzung zu ihrem speziellen Weg geübt. Aber auch weil man allein üben kann und dadurch Kernpunkte aller Budo wie innere Ruhe, starkes Zentrum usw. verständlicher werden.

Geübt wird im allgemeinen mit einem richtigen Schwert, dem Iaito, oder mit einem hölzernen Übungsschwert, dem Bokuto. Grundlage und Übungsstoff sind festgelegte Formen, Kata, die alleine, ohne Partner geübt werden. Jeder dieser Kata liegt eine andere Kampfsituation zugrunde, bei der der imaginäre Angreifer sein Schwert bereits gezogen hat, der Verteidiger sich aber meist in einer ungünstigen Situation - meist Kniestand - befindet und sein Schwert noch in der Scheide ist. Ziel ist es, in dieser nachteiligen Situation die Ruhe und innere Harmonie zu bewahren, ohne Emotionen das eigene Schwert blitzschnell und präzise zu ziehen, den Angreifer zu schneiden und in aller Ruhe das Schwert wieder in die Scheide zurückzuführen. Geist, Körper, Schwert und Bewegung sollen dabei "Eins" sein.

Diese Beschreibung hört sich sehr martialisch an und scheint für unsere Zeit unnütz zu sein. Wer sich in die angenommenen Situationen hineinfühlt und die Bewegungen genau beobachtet, wird schnell feststellen wie stark hier die Schulung der Mitte, des Hara, betont wird - geistig und körperlich. Ziel ist es, sich darin zu üben, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen ruhig zu bleiben, sein Bestes zu geben und das Notwendige zu tun. Die Anforderungen dieser Budokunst richten sich weniger an die körperliche Kondition, dafür aber umso mehr an die Konzentration und an die Koordination der Bewegung. Sie schult sehr stark die Aufmerksamkeit, die innere Haltung und die innere Disziplin und damit den Kern aller Budo. Das ist etwas, das auch in unserem heutigen täglichen Leben nützlich und von unschätzbarem Wert ist.

Dieser Zweig der Kampfkünste ist eine ideale Übung auch für die, die konditionell nicht "so gut drauf" sind, obwohl es - ähnlich wie z.B. Tai Chi - zu körperlicher Fitness führt.

Iaido wurde in Deutschland in Verbindung mit dem Kendo verbreitet, ist aber ein eigenständiger Weg. In der Aikido-Gruppe des TVM wird es seit 4 Jahren von einer kleineren Gruppe regelmäßig geübt. Lehrmeister der Murrhardter Iaidoka ist die in Freiburg wohnhafte jap. Meisterin Hiroko Fujii, bei der die Murrhardter laufend auf Lehrgängen weitergeschult werden.